Apfelwurm bekämpfen

Wie kann ich den Apfelwurm bekämpfen?

Apfelwurm bekämpfen

Apfel mit Wurm, hier bei der Winterapfelsorte Brettacher

Einer der größten Schädlinge im Apfelanbau ist der Apfelwurm. Auch in meinem Garten habe ich mit diesem Wurm zu kämpfen. Gerade beim frühen Apfel, dem Korn- oder Augustapfel ist der Befall enorm gross. Fast kein Apfel ist frei von dem kleinen Wurm. Das ist sehr ärgerlich und natürlich auch ein, wenn auch im Hobbygarten, kleiner wirtschaftlicher Schaden. Deshalb ist es wichtig den Apfelwurm zu bekämpfen.

Was hilft gegen den Apfelwurm?

Der Wurm lebt in mehreren Generationen am Apfelbaum. Deshalb ist eine Bekämpfung über mehrere Monate wichtig.

  1. Duftfalle für die männlichen Falter
  2. Pappstreifen ab Juni am Baumstamm
  3. Altes Fallobst entfernen

Die Hormon- oder Duftfallen werden oft und gerne im Fachhandel angeboten. Dabei kauft man ein kleines Schutzhaus aus Kunststoff sowie Klebefolie und den Lockstoff in Form von Tabletten. Dabei reicht eine Falle für 3-5 Bäume innerhalb von 6 Wochen. Danach muss die Klebefolie und die Tablette gewechselt werden. Gefangen werden die männlichen Falter die auf dem Paarungsflug vom Lockstoff in die Irre geführt werden und sich an der Klebefolie verfangen. So können die weiblichen Falter nicht befruchtet werden und die abgelegten Eier produzieren keinen neuen Apfelwurm. Das klingt gut und logisch, bringt aber nur einen Teilerfolg. Im Erwerbsanbau nutzt man die Falle um den Flug der Falter zu kontrollieren um anschließend der Apfelwurm zu bekämpfen. Meist sind das dann Spritzungen unterschiedlicher chemischer Mittel.

Bei meinen Apfelbäumen möchte ich aber weder die Zeit noch irgendwelche Spritzmittel einsetzen. Deshalb gefällt mir eine weitere Gegenmaßnahme sehr gut. Die Pappstreifen ( ca. 20 cm breite Wellpappe) habe ich Mitte Juni mit einem Draht am Stamm umwickelt und fixiert. Der Draht wird am oberen Rand der pappe befestigt. Unten ist der Streifen locker am Stamm und offen.Die Apfelwurm-Mutter steigt je nach Wetterlage Ende Juli am Stamm hoch und sucht sich einen Platz unter der brockigen Rinde um zu überwintern. Dabei findet sie den Pappstreifen-Unterschlupf und baut dort ihr Winterquartier.

Mitte bis Ende August kontrolliere ich die Pappstreifen und finde sehr viele Nester der Apfelwürmer. Ich entferne diese Nester und schließe wieder den Pappstreifen. Ich kontrolliere noch mehrere Wochen weiter.

So konnte ich an einem Baum rund 50 Apfelwurm-Nester vernichten.  Rechnet man das jeder Wurm bis zu 80 Eier legen kann, hab ich einiges für meine kommende Apfelernte getan.

Bereits nach oben gekletterte Apfelwürmer kann man mit dem Entfernen der groben, borkigen Rinde bekämpen. Auch das Schütteln der Äste im Januar und Februar kann noch etwas zum Erfolg gegen den Wurm beitragen. Das Schütteln ist aber gerade bei großen Bäumen gar nicht oder nur mit hohem Aufwand möglich.

Ausserdem ist es sehr wichtig die heruntergefallenen Äpfel auf zu lesen und über die Biotonne zu entsorgen. Im Fallobst verbergen sich sehr viele Apfelwürmer die, lässt man die Äpfel liegen, später in die Erde kriechen. So können sie im zeitigen Frühjahr wieder am Stamm hoch kriechen und ihre Eier an den Apfelblüten ablegen.

Wichtig: Fallobst regelmäßig kontrollieren und entsorgen.

Mein Favorit bei der Bekämpfung gegen den Apfelwurm sind im Moment die Pappstreifen. Die Lockfallen sind in der Kombination mit den Pappsreifen nicht schlecht. Jede Duftfalle kostet 15-20 Euro, bei einem großen Garten nicht die billigste Methode. Ich nutze sie aber trotzdem um jede Möglichkeit zu nutzen die Würme zu dezimieren.

Vom Apfelwurm befallene Äpfel können aber ausgeschnitten und u.a. zu Kompott verarbeitet werden. Aber auch Dörrobst kann man aus diesen Äpfeln machen. Bei nur leichtem Befall von den ersten Äpfel z.B. vom Boskoop, kann man auch Apfelküchlein backen.